Geschichte der Stadt Münster

 

200 n. Chr.

Die Franken errichten eine Siedlung im Bereich des Horsteberges.

 

793

kam der friesische Missionar Liudger im Auftrag Karls des Großen in die Siedlung an der Aa. Er gründete das Kloster Monasterium, dem Münster seinen Namen verdankt und den St. Paulus Dom, der zum Mittelpunkt der Stadt werden sollte.

 

797

Gründung der Domschule, des heutigen Paulinum, durch Liudger.

 

805

Bereits 805 wurde Münster zum Bistum erhoben. Liudger wurde Münsters erster Bischof.

 

1090

Bischof Erpho weiht den ersten Dom ein.

 

1121

Zerstörung der Stadt durch Herzog Lothar von Sachsen.

 

1170

Münster erhält die Stadtrechte.

 

1264

Der dritte Dom wird durch Bischof Gerhard von der Mark eingeweiht.

 

um 1278

Die Stadt erhält eine Ratsverfassung.

 

um 1350

Die Errichtung des Rathauses am Prinzipalmarkt ist abgeschlossen. Noch im Mittelalter hatte die Stadt gerade einmal 9000 Einwohner. Aber schon damals bildete sie als bedeutende Hansestadt ein wichtiges geistiges und kulturelles Zentrum.

 

1534/35

Das Reich der Täufer wird durch die Söldner des Fürstbischofs Franz von Waldeck blutig niedergeschlagen. Noch heute hängen am Turm der Lambertikirche drei schmiedeeiserne Käfige, in ihnen wurden im 16. Jahrhundert die Leichen der öffentlich hingerichteten Wiedertäufer ausgestellt.

 

1648

Der Dreißigjährige Krieg endet durch den in Münster und Osnabrück geschlossenen Westfälischen Frieden. Ort der Verhandlungen war der Friedenssaal im gotischen Rathaus, welches das "Juwel" des Prinzipalmarktes bildet.

 

1661

"Kanonenbischof" Chistoph Bernhard von Galen erobert Münster und beraubt die Stadt althergebrachter Freiheiten.

 

1757

Der als fürstbischöflicher Baumeister tätige Artilleriegeneral Johann Conrad Schlaun vollendet sein Meisterwerk, das Stadtpalais Erbdrostenhof. Bauherr ist der höchstrangige weltliche Beamte des Bistums, der Erbdroste Droste zu Vischering, Anlaß des Baus der Wunsch, dem Landesherrn bei einem Besuch in Münster ein würdiges Quartier anbieten zu können.

 

1759

Das Fürstbistum Münster, das auf Seiten der Kaiserin Maria Theresia steht, ist im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) wiederholt Kriegschauplatz der mit den Hauptgegnern Österreich und Preußen verbündeten Truppen der Franzosen und der Hannoveraner. Die Stadt wird mehrfach belagert und erobert. Ihr schlimmstes Bombardement erlebt sie 1759 durch eine Beschießung der Hannoveraner. Das Martiniviertel wird zerstört.

 

1764

Staatsminister Franz von Fürstenberg ordnet als örtlicher Verwalter des Landesherrn das Schleifen der Stadtbefestigung an, damit zu Kriegszeiten Münster eine "offene Stadt" ist. Stattdessen soll mit einer vierreihigen Lindenallee eine Promenade entstehen.

 

1767

Der letzte Fürstbischof, Kurfürst Max Friedrich, genehmigt auf Wunsch der Münsteraner den Bau des fürstbischöflichen Schlosses auf dem Gelände der niedergelegten Zitadelle. Johann Conrad Schlaun hat die Pläne gefertigt, erlebt aber die Fertigstellung des Bauwerks nicht mehr.

 

1773

Eine Landesuniversität wird gegründet und nimmt 1780 ihren Lehrbetrieb auf. Die preußische Herrschaft läßt sie 1818 zugunsten der Universität Bonn lediglich als Theologisch-Philosophische Akademie weiterführen.

 

1775

Das von Wilhelm Ferdinand Lipper gebaute Komödienhaus öffnet seine Pforten, nicht als Hoftheater, sondern getragen von der Bürgerschaft. Im 19. Jh. wird hier u.a. Albert Lortzing auftreten. 1894 wird der Bau am Roggenmarkt abgerissen.

 

1792

Johann Wolfgang von Goethe besucht die Fürstin Amalie von Gallitzin in ihrer münsterschen Stadtwohnung und dem Landsitz in Angelmodde. Die Gastgeberin ist Initiatorin der "Familia sacra", eines intellektuellen Kreises, der sich mit der Aufklärung auseinandersetzt und Münster gern zu einem "katholischen Weimar" entwickeln möchte.

 

1797

Geburt der späteren Dichterin Annette von Droste-Hülshoff auf Haus Hülshoff. Das Adelsfräulein wird von 1826 bis 1841 auf Haus Rüschhaus, dem vormaligen Alterssitz von Johann Conrad Schlaun, leben. 1997 Veranstaltungen zum Droste-Jahr (200. Geburtstag).

 

1802

Nach dem 2. Koalitionskrieg europäischer Mächte gegen Napoleon verbleiben nach dem Frieden von Lunéville die linksrheinischen Gebiete bei Frankreich. Betroffene deutsche Staaten sollen durch geistliche Territorien entschädigt werden. Doch bevor dies endgültig 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluß mit der Auflösung auch des Fürstbistums Münster geregelt ist, läßt Preußen unter dem Kommando des Generalleutnants Blücher die Stadt besetzen.

 

1806

Im Krieg gegen Preußen ziehen Napoleons Truppen in Münster ein. Das Münsterland wird mit dem Napoleon-Schwager Joachim Murat als Landesherrn in das Großherzogtum Berg, dann aber bald direkt ins französische Kaiserreich einverleibt. Münster ist nun Hauptstadt des Departements Lippe, bis siegreiche Preußen und Russen 1813 in den Befreiungskriegen die Franzosen vertreiben.

 

1816

Münster wird Hauptstadt der neuen Provinz Westfalen, nachdem der Wiener Kongreß 1815 die preußische Herrschaft über das frühere Fürstbistum bestätigt hat. Es wird damit Sitz des Oberpräsidenten für die staatliche Verwaltung, des Provinzialverbandes als kommunale Selbstverwaltung der Bürger und des Generalkommandos des VII. Korps der königlichen Armee.

 

1818

Die Universität wird auf den Status einer philosopisch-theologischen Abteilung zurückgestuft.

 

1837

Wegen Unruhen in der Bürgerschaft wird Militär eingesetzt. Anlaß: Unmut der katholischen Bevölkerung über die Verhaftung des aus dem Münsterländer Adel stammenden Kölner Erzbischofs Clemens August von Droste-Vischering durch die neue preußische Herrschaft auch im Rheinland.

 

1842

Münster bereitet erstmalig mit Friedrich Wilhelm IV. einem preußischen Souverän einen freundlichen Empfang und läßt hierfür das Torhaus am Neutor errichten. Auf Anordnung des Königs ist der Schloßgarten in Form eines englischen Gartens angelegt worden.

 

1848

Münster wird durch eine Stichbahn nach Hamm an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Der erste Schritt zum heutigen Knotenpunkt mit Bundesbahnstrecken in acht Richtungen vollzieht sich mit der Fertigstellung der durchgehenden Strecke Paris-Hamburg 1870.

 

1854

Moderne Energie in Münster: Eine private Gasanstalt nimmt ihren Betrieb auf. Sie geht 1872 in städtische Regie über.

 

1868

Prof. Landois entwirft den Plan zum Bau des Aasees.

 

1872

Nach Erlaß des preußischen Gesetzes, das auch im Bistum Münster die Schulaufsicht von der Kirche auf den Staat überträgt, setzt der hier besonders heftig geführte Kulturkampf mit der katholischen Kirche ein, der in der Folgezeit zu aufruhrartigen Massenaufläufen und zur Inhaftierung des Bischofs Johann Bernhard Brinkmann im Jahre 1875 führt. Dieser kann aber bald nach Holland fliehen, von wo er nach Beendigung des Konflikts 1884 zurückkehrt und von den Münsteranern im Triumpf begrüßt wird.

 

1875

Durch Eingemeindung von Teilen der inzwischen nicht mehr existierenden Umlandgemeinden Lamberti, St. Mauritz und Überwasser wächst Münster über die Promenade hinaus und vervielfacht sein Stadtgebiet von 1,8 auf 10,8 Quadratkilometer.

 

1875

Eröffnung des Westfälischen Zoologischen Gartens, initiiert von dem Zoologieprofessor Hermann Landois, den die Münsteraner heute noch als historisches Original verehren. 1974 wird der Tierpark als Allwetterzoo in mehrfacher Größe auf der Sentruper Höhe neu gebaut.

 

1878

Die erste Kanalisation wird verlegt.

 

1880

Das Wasserwerk nimmt seinen Betrieb auf.

 

1887

Der Telefonbetrieb wird mit zunächst 50 Anschlüssen aufgenommen.

 

1888

Einführung eines öffentlichen Personennahverkehr mit einem Pferdebus, der 1901 durch die Straßenbahn abgelöst wird, deren Netz schon nach dem Ersten Weltkrieg durch Busse ergänzt werden muß. Nach der Stillegung der Straßenbahn 1954 bewährt sich der Einsatz von O-Bussen nicht, seitdem reiner Busverkehr.

 

1895

Das neu eröffnete Lortzing-Theater ersetzt das baufällige Komödienhaus.Hierzu ist der Rombergsche Hof, ein Adelshof, umgebaut worden. Im Zweiten Weltkrieg wird das Lortzing-Theater zerstört.

 

1899

Der Dortmund-Ems-Kanal, der über Münster führt, wird eröffnet. Münster erhält einen Hafen.

 

1902

Kaiser Wilhelm II stiftet als König von Preußen die Universität Münster, die künftig den Namen "Westfälische Wilhelms-Universität" führt, und folgt damit einem Wunsch der Stadt. Kern ist die bisherige Theologisch-Philosophische Akademie, die um eine Juristische Fakultät erweitert wird. Die anderen Fakultäten folgen später.

 

1903

Durch eine erneute Eingemeindung vergrößert sich das Stadtgebiet wiederum, diesmal auf 65,9 Quadratkilometer. Die Umlandgemeinden Lamberti und Überwasser verschwinden von der Landkarte.

 

1914

Der in Münster wirkende Physiker und Chemiker Prof. Johann Wilhelm Hittorf, Entdecker der Kathodenstrahlen, stirbt.

 

1914

Bald nach Kriegsbeginn werden die ersten Kriegsgefangenenlager für Tausende von Angehörigen verschiedener Nationen eingerichtet. Vor Weihnachten 1915 explodiert das Munitionsdepot Pulverschuppen in St. Mauritz.

 

1915

Münster wird mit 100 000 Einwohnern Großstadt und hat damit seit 1870 seine Einwohnerzahl vervierfacht.

 

1918

Am 9. November wird auf dem Hindenburgplatz - am gleichen Tag wie vom Reichstag in Berlin aus - die deutsche Republik ausgerufen. Der am 13. November gebildete Soldatenrat wird im Februar 1919 durch den Kommandierenden General von Watter entmachtet. Sein Stab führt 1920 im Auftrag der Reichsregierung von Münster aus den Bürgerkrieg im Ruhrgebiet, bei dem Verbände der Reichswehr und Freikorps die Rote Armee im Ruhrgebiet niederwerfen.

 

1920

Die vom Militär als Kavallerie-Übungsplatz nicht mehr benötigte Loddenheide ist Verkehrsflugplatz mit einer ersten Linie nach Bremen und bleibt es bis zum 2. Weltkrieg. Nach Hitlers Aufrüstung wird sie auch Luftwaffen-Fliegerhorst wie der 1939 fertiggestellte, nach dem Krieg aber nicht mehr benutzte Flugplatz Handorf.

 

1924

Der Westdeutsche Rundfunk nimmt unter dem Namen "Westdeutsche Funkstunde" seine Sendungen auf. Münster ist als Standort gewählt, weil es im Gegensatz zu den Rheinlanden und dem Ruhrgebiet nicht von alliierten Truppen besetzt ist. 1927 Verlegung in das von den Engländern geräumte Köln.

 

1926

Die Universitätskliniken und die Halle Münsterland werden fertiggestellt.

 

1928

Beginn der Bauarbeiten für den Aasee. Dieser wird Anfang der 70er Jahre auf das Doppelte vergrößert und als Naherholungsanlage mit den bis in die 80er Jahre folgenden Freizeiteinrichtungen Freilichtmuseum Mühlenhof, Allwetterzoo und Naturkundemuseum mit Planetarium entwickelt.

 

1932

Die Stadt Münster verleiht dem soeben vom Reichspräsidenten Hindenburg entlassenen Reichskanzler Heinrich Brüning (+ 1970) die Ehrenbürgerwürde. Als die Nationalsozialisten an die Regierung kommen, geht er ins Exil und lebt in den USA. Auf seinen Wunsch hin wird der Verstorbene jedoch in Münster bestattet.

 

1933

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Münster Sitz des Gaus Westfalen-Nord, für dessen Leitung am Aasee ein repräsentativer Neubau errichtet wird.

 

1935

Mit dem Aufbau der neuen Wehrpflicht-Wehrmacht und der Aufrüstung entsteht eine Reihe von neuen Kasernen und Stabsgebäuden, die entgegen dem Versailler Vertrag geschaffene Luftwaffe nimmt mit dem hohen Stab des Luftgaus VI ihren Sitz in Münster.

 

1938

Nach antisemitischen Aktionen ab 1933 brennen Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht die Synagoge an der Klosterstraße nieder, mißhandeln Juden und demolieren jüdische Wohnungen sowie Geschäfte. Ab 1941 werden die münsterschen Juden insbesondere nach Riga deportiert.

 

1941

Bischof Clemens August von Galen, als heftiger Kritiker der Nationalsozialisten seit Jahren bekannt, hält vor allem in der Lambertikirche seine berühmten Predigten gegen das Euthanasieprogramm des Dritten Reiches und erstattet Strafanzeige.

 

1943

Zweiter Weltkrieg: Seit 1940 ist Münster immer wieder Ziel von kleineren und größeren Bombenwürfen der Engländer. Den ersten Großangriff und zugleich ersten Tagesangriff sowie Einsatz der amerikanischen "Fliegenden Festungen" erlebt Münster am 10. März 1943. 700 Menschen sterben.

 

1945

Als am 2. April britische und amerikanische Truppen Münster besetzen, gehört Münster zu den am schwersten getroffenen Großstädten. Der Stadtkern ist zu über 91 Prozent, die Gesamtstadt zu 63 Prozent zerstört.

 

1946

Aufgrund des Potsdamer Abkommens der Siegermächte von 1945 ist Preußen zu liquidieren. Die britische Besatzungsmacht anulliert in der Folge die Provinz Westfalen.

 

1949

Papst Pius XII. erhebt Bischof Clemens August Graf von Galen zum Kardinal, der bald nach seiner Rückkehr stirbt.

 

1949

Ein "Neuordnungsplan" für die zerstörte Altstadt entscheidet sich für einen Wiederaufbau in den traditionellen Maßstäben und in einem dem zerstörten Münster nachempfundenen Stil. Der in den Folgejahren herrschende Zeitgeist mit dem Wunsch nach einer "autogerechten Stadt" kritisiert in ganz Deutschland diesen Wiederaufbau, der erst seit etwa 25 Jahren wieder auch außerhalb Münsters allgemein als vorbildlich anerkannt wird.

 

1954

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe wird gegründet und übernimmt die Aufgaben des noch arbeitenden früheren Provinzialverbandes. Er repräsentiert damit vor allem die weitere Funktion Münsters als Hauptstadt Westfalens. Zusammen mit verbliebenen staatlichen Mittelbehörden und berufsständischen Kammern ist die Westfalenmetropole weiterhin die bedeutendste Verwaltungsstadt des Landes nach Bonn und Düsseldorf und neben Köln.

 

1956

Das neue Stadttheater, nach den Entwürfen einer Gruppe junger Architekten entstanden, erregt internationales Aufsehen.

 

1958

Die Partnerschaft mit der englischen Stadt York ist der erste Schritt zu inzwischen weltweiten Beziehungen der Stadt Münster. Es folgen Orléans in Frankreich (1960), Kristiansand in Norwegen (1967), Monastir in Tunesien (1969), Rishon le Zion in Israel (1981), Fresno in den USA (1986), Rjasan in Rußland (1989) und Lublin in Polen (1991).

 

1958

Das bebaute Stadtgebiet dehnt sich vor allem mit neuen Stadtteilen aus, jetzt beginnend mit der Aaseestadt, es folgen bis 1969 (in einem 1956 eingemeindeten Bereich) Coerde, dann Berg Fidel ab 1967 und Neu-Kinderhaus ab 1972. Dazu werden neue Gewerbegebiete realisiert.

 

1965

Vom Kamener Kreuz aus wird Münster über die A1 (Hansalinie) an das Autobahnnetz angeschlossen. 1968 ist die Verbindung nach Bremen fertig, mit der neuen Autobahn A 43 Wuppertal-Münster, die Anfang der 80er Jahre hinzukommt, bildet Münster-Süd ein Autobahndreieck.

 

1969

Ein gemeinsamer Baustab von Stadt, Land und Universität wird gebildet. Er realisiert Schritt für Schritt den Bau von Universitätssanlagen, die in Richtung Nordwesten aus der bebauten Stadt herauswachsen. So entstehen in den 70er und 80er Jahren das Naturwissenschaftliche Zentrum und das Großklinikum. Weiter westlich wird vor allem seit den 80er Jahren der Stadtteil Gievenbeck gebaut.

 

1972

Eröffnung des Regionalflughafens Münster-Osnabrück in Ladbergen. Die neue Einrichtung ist so gefragt, daß sie seit 1986 weltweit als Internationaler Flughafen geführt wird.

 

1975

Durch die Eingliederung von neun Umlandgemeinden vervierfacht Münster erneut sein Stadtgebiet und wächst von 200000 Einwohnern auf 265000 Einwohner. Die Stadt wird Rechtsnachfolgerin des Kreises Münster.

 

1977

Das Heizkraftwerk Hafen wird in Betrieb genommen und liefert Fernwärme in ein sich immer noch erweiterndes Netz. Hinzu kommt die systematische Verbreitung von Fernwärme auch über kleinere Heizkraftwerke. Die Stadt fördert aus Gründen des Umweltschutzes diese Art der Energieversorgung.

 

1977

Münsters Stadtgebiet wird Standort der ersten Skulptur-Ausstellung, an der sich Künstler von internationalem Rang beteiligen. Am populärsten werden die "Billardkugeln" des New Yorkers Claes Oldenburg auf der Aaseewiese. Wegen des Erfolges wird die Ausstellung 1987 und 1997 mit jeweils besonderen Akzenten wiederholt. Münster entwickelt sich auf diese Weise zur Stadt mit den meisten modernen Skulpturen im Stadtbild.

 

1985

Das Fernmeldeamt nimmt das erste Glasfaserkabel in Betrieb. Die Stadt bemüht sich um eine Ausstattung ihres Gebietes mit Breitbandkabeln, um für das heranbrechende "Kommunikationszeitalter" gerüstet zu sein. Münster erlangt den Vorteil, an der Nord-Süd-Haupttrasse der deutschen "Daten-Autobahn" zu liegen.

 

1987

Papst Johannes Paul II. besucht Münster, spricht auf dem Hindenburgplatz, dem Domplatz sowie im Dom und betet am Grab von Clemens-August Kardinal von Galen. Damit weilt erstmalig ein amtierendes Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche in der Stadt.

 

1990

Das münstersche Rathaus ist wichtige Station der Verhandlungen zur Vorbereitung der "2+4"-Treffen, die den Weg zur deutschen Einheit öffnen und Deutschland die volle Souveränität zurückgeben. Der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse und der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher treffen sich am Prinzipalmarkt.

 

1992

Auf dem Weg zur weltweiten Zusammenarbeit nach dem überwundenen Ost-West-Konflikt findet im Rathaus ein bedeutsames Ereignis statt. Hier treffen sich die Wirtschaftsminister der G-7-Staaten, der großen Industrienationen, erstmals mit ihren Kollegen aus den neuen osteuropäischen Republiken.

 

1993

Münster wird 1200 Jahre alt. "Geschenke der Bürger an sich selbst" sind u. a. die Skulptur "Toleranz durch Dialog" von Eduardo Chillida im Rathausinnenhof - sie wird in Gegenwart von Bundespräsident Richard von Weizsäcker übergeben, die neue Stadtbücherei und der große Technologiehof.

 

1994

Der Rat wählt Marion Tüns zur Oberbürgermeisterin. Damit wird erstmals in der Geschichte eine Frau Stadtoberhaupt von Münster.