Die Stadtgeschichte -
Berührungspunkte mit Heidelberg

 
Das auffallende wirtschaftliche Wachstum Neustadts fand verständlicherweise auch im Stadtbild seinen Niederschlag. 1860/62 entstand die neue katholische Pfarrkirche St. Marien; im Jahre 1866 war der neue Bahnhof vollendet. Die jüdische Gemeinde erbaute sich 1866/67 eine neue Synagoge. Ausdruck gediegener Wohlhabenheit und aktiven Bürgersinns ist der 1873 fertiggestellte Saalbau (die "gut Stubb" - wie die Pfälzer sagen), bis heute Neustadts großes Veranstaltungs- und Versammlungsgebäude. Es wurden Schulen gebaut und schließlich konnte 1899 das Volksbad, eines der ersten Hallenbäde im Raum, eröffnet werden. Schließlich dürfen auch die prachtvollen großen und kleinen Villen verschiedenster Stilrichtungen nicht unerwähnt bleiben.

Hoher, am Gemeinwohl orientierter Bürgersinn offenbarte sich in zahlreichen Stiftungen und Schenkungen zugunsten der Stadtgemeinde Neustadt, der Kirche, des Kindergartens, aber auch des allgemeinen Unterstützungsvereins. Friedrich Hetzel, der sich als Wohltäter und als Freund von Kunst und Wissenschaften ein Denkmal gesetzt hat, hinterließ bei seinem Tode ein Millionenvermögen, wovon die Stadt seinem Wunsche entsprechend allein fast eine dreiviertel Million Mark erhielt. Hier wären gleichermaßen die Namen Sauter, Welsch und Hauber zu nennen, die die Stadt mit großzügigen Grundstücks- und Geldschenkungen bedachten.

Nach Überwindung chaotischer Verhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es der Stadt Neustadt zu Beginn der 50er Jahre, Sitz der damaligen Bezirksregierung der Pfalz zu werden, nachdem sie schon für wenige Wochen im Frühsommer 1945 Sitz des ersten deutschen Nachkriegsregierungsgremiums, der Regierung Heimerich, gewesen war. Neustadt erlangte seither als Behördenstadt die Bedeutung wieder, die es als wichtigstes Verwaltungszentrum bereits jahrhundertelang innehatte. Die zahlreichen Schulbauten - im letzten Jahrzehnt wurde mehr Schulraum erstellt, als in der gesamten Geschichte der Stadt zuvor - machten Neustadt zu einer Stadt der Schulen. Die seit einem Jahrzehnt laufenden Sanierungsarbeiten haben in den zurückliegenden Jahren als Modellbeispiele Anerkennung bei Bund und Land gefunden. Die Eingemeindungen der jüngsten Zeit schufen Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadt und das Umland, womit letztlich auch wieder an jahrhundertelange bestehende Umlandbeziehungen angeknüpft wurde.

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