Neuer Wein
 
Wenn es im Herbst überall in den Weinorten nach gärendem Rebensaft riecht, werden unterhalb des Bahnhofes die "Weinhäuschen" oder pfälzisch: "Woihaiselscher", ein sogenanntes Winzerdorf, aufgebaut. Anläßlich des "Deutschen Weinlesefestes" am ersten und zweiten Wochenende im Oktober wird hier der süße und süffige Neue Wein ausgeschenkt und im Saalbau die Pfälzische und Deutsche Weinkönigin gekrönt. Natürlich können Sie den Neuen auch direkt in den Winzergenossenschaften und Weingütern probieren. In Mußbach in der Winzergenossenschaft werden zum Beispiel jede Menge Tische und Bänke in dem riesigen Hof aufgestellt, und den Neuen Wein holt man sich am besten dann gleich kanisterweise an den Tisch. Es hat sich nämlich eingebürgert, daß man von zu Hause Brot, Wurst, Teller, Besteck und Gläser (es ist manchmal unglaublich, was die Leute hier außer "Weck und Worscht" - auf gut deutsch "Brötchen und Wurst"- an kulinarischen Genüssen alles "anschleppen") und jede Menge Freunde und Bekannte mitbringt, um dann mit allen gemeinsam eine einzige feiernde Gemeinde zu bilden. Manche bringen ihr "Schifferklavier" oder sonstige Instrumente mit, es wird gesungen und gelacht.

Aber sehen Sie sich vor! Da der Neue ja sooo süffig ist, vergißt man ganz, daß auch jede menge Alkohol im Spiel ist, und es soll schon so manchen Besucher gegeben haben, der den Nachhauseweg nur noch schwach in Erinnerung hat!

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