Als Bindeglied zwischen Schloß (1) und Marienkirche (3) steht unmittelbar neben der alten
Stadtmauer ein ehemals repräsentatives Gebäude aus spätgotischer Zeit -
die frühere kurfürstlich-sächsische Kanzlei. In diesem alten Kanzleigebäude
trafen am 26. Oktober 1711 der große deutsche Gelehrte G. W. Leibnitz und der russische
Zar Peter I. zusammen. Der Zar weilte anläßlich der Hochzeit seines Sohnes Alexey mit einer
Prinzessin aus dem Hause Braunschweig-Wolfenbüttel in Torgau und hatte in der alten
Kanzlei Quartier bezogen. Leibnitz wollte Peter I. dafür begeistern, nach dem
Vorbild der Londoner und Pariser Akademien neben Berlin, Wien auch in Petersburg eine Akademie der
Wissenschaften zu errichten. Leibnitz Vorstellungen wurden vom Zaren begeisternd aufgenommen.
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