Der wichtigste bürgerliche Bau aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts in Torgau, ist
das Rathhaus. 1563 - 1565 vom Dresdener Baumeister Valten Wegern nach den Plänen
des Dresdener Malers Andreas Bretschneider wurde es auf der Westseite des Marktes als dreigeschossige,
rechtwinklige Anlage mit ihren drei Giebeln errichtet. Mit der Hochzeitsfeier einer Bürgermeistertochter wurde
das neue Rathaus eingeweiht. Im Jahre 1577 erhielt das Rathaus an seiner Südwestecke
den aufs herrlichste geschmückten Runderker. Der reiche plastische Schmuck des Rathauserkers
zeigt neben Repräsentanten weltlicher Macht jener Zeit auch allegorische Darstellungen von Klugheit,
Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigkeit. Damit war der schöne Erker gleichsam
eine Mahnung an die Bürgerschaft, diese Tugenden in ihrem Handeln zu verwirklichen und sich vom wahrhaft
humanistischen Geist leiten zu lassen.
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