Vor etwa 7 Millionen Jahren, in der letzten Epoche der Tertiärzeit, dürfte der Vulkan Vogelsberg wohl erloschen sein.
Während seiner eruptiven Tätigkeit entstand das größte zusammenhängende Vulkangebiet des europäischen Festlandes mit
einer Basaltfläche von 2500 Quadratkilometern und einem Durchmesser von 60 Kilometern.
Über zehn Millionen Jahre lang war der Vulkan aktiv und im jetzigen Oberwaldgebiet, dem Zentrum des Vulkans, hat die
vulkanische Tätigkeit am längsten angehalten.
Die heutige Gestalt des Oberwaldes mit dem Hoherodskopf ergab sich durch
allseitig wirkende Abtragungskräfte und zeitweilige Hebungsvorgänge. Vor allem die nachfolgenden Eiszeiten haben
durch Gesteinsabtragungen und Erosionen der Bach- und Flußtäler das Erscheinungsbild stark verändert. So ist aus dem
einstmals geschlossenen Basaltkegel ein zernagter Rest übriggeblieben, mit einer Vielzahl strahlenförmig vom Vulkan
hinabfließenden Bäche.
Schauen wir über die Landschaft, so sehen wir einen bunten Flickenteppich aus Wiesen,
Äckern und Wäldern vor uns. Etwa ein Drittel der Fläche besteht aus Wald, wobei die Fichte rund 50 Prozent der
Waldfläche einnimmt.
Um diesen Lebens- und Erholungsraum zu erhalten wurde 1956 der Vogelsberg als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und
1958, erstmals in Hessen, der Naturpark Hoher Vogelsberg geschaffen. Die vielfarbige Landschaft bietet einer
artenreichen Fauna und Flora Lebensraum. Viele gastfreundliche Erholungs- und Luftkurorte, mit ihren zum Teil
wunderschönen mittelalterlichen Ortskernen, laden als Urlaubs- und Wanderziel ein.
Höchste Erhebungen des Vogelsbergs sind der Taufstein mit 773 Metern und der Hoherodskopf mit 764 Metern.