Die Welt des Cognacs

 

Cognac ist ein aus Weißwein zweifach destillierter Branntwein aus dem kleinen französischen Städtchen Cognac und dem umliegenden Weinbaugebiet Charente. Von den sechs Zonen (Crus), in die man diese Weinbauregion nach den verschiedenen Weinqualitäten seit 1930 einteilt, sind die Grande Champagne (premier cru) und die Petite Champagne nicht nur die kleinsten, sondern auch diejenigen, die den erlesensten Cognac hervorbringen. Die anderen vier Regionen, aufgelistet in der Reihenfolge der Wertschätzung, sind Borderies, Fins Bois, Bons Bois und Bois Ordinaires. Das Wort Cognac ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung.

 

Geschichte

Der Ursprung des Cognacs liegt im Dunkel der Geschichte. Der Chevalier de la Croix-Maron, einer der Vorfahren der cognacproduzierenden Familie Castelbajac, soll jedoch der Erfinder des Cognacs gewesen sein. Überliefert sind uns diese beiden Versionen:

  • Im Jahr 1620 fand der Chevalier in einem Winkel seines Kellers ein Faß mit einem rauhen Bauernbranntwein, den er in dieser Form nicht trinken konnte. Also ließ er ihn einfach ein zweites Mal brennen - und siehe da, er schmeckte vorzüglich. Damit war die doppelte Destillation erfunden, die bis heute ein unveränderliches Merkmal des Cognac darstellt.
  • Der Export von Wein nach England, Irland, Skandinavien, Nordamerika und den Antillen begann im 17. Jahrhundert. Die Fässer wurden auf Lastkähnen charenteabwärts bis zum Hafen von Rochefort verschifft, anschließend mit Hochseeschiffen in die jeweiligen Abnehmerländer. Der Wein wurde aber beim Transport oft sauer und damit ungenießbar. Der Chevalier ließ den Wein destilleren und erhielt durch den hohen Alkoholgehalt des Destillats einen deutlich länger haltbaren „Wein“.

 

Klassifizierung

Traditionsgemäß ist Cognac eine Assemblage (Komposition) aus verschiedenen Jahrgängen und Lagen. Viele Häuser verfügen über ein eigenes „Paradies“, ein Lager mit Bränden, deren Alter bis in das 18. Jahrhundert zurückgehen. Als Maßstab für die Qualität eines Cognac gilt unter anderem ein Prädikat, das anzeigt, wie alt das jüngste im Cognac verwendete Destillat ist. Dabei bedeuten:

  • V.S. oder *** (3 Sterne): mindestens 3,5 Jahre,
  • V.S.O.P., Vieux, V.O., Réserve: mindestens 4,5 Jahre,
  • Napoléon, XO, Extra, Hors d‘âge, Royal, Très Vieux, Vieille Réserve: mindestens 6,5 Jahre Reifezeit

 

In der Regel verwenden die Häuser zur Herstellung ihrer Kompositionen sehr viel ältere Branntweine, als es gesetzlich vorgeschrieben ist. Ein typischer V.S.O.P. ist daher bereits ein runder, milder "Einsteiger-Cognac", der durchaus genügend Charakter mitbringt, um einen Kenner zu erfreuen. Besonders wichtig ist nach wie vor auch die richtige Lagerung des Cognacs - am besten in feuchten Kellern in der Nähe eines Flusses. Die u.a. in Deutschland verwendeten, großen und bauchigen Cognac-Schwenker werden in Frankreich als „Aquarium“ belächelt. Dort verwendet man schmale, hochwandige Nosing-Gläser.

 

Cognac-Häuser

Hennessy ist eine weltweit führende Cognac-Brennerei mit Sitz in Cognac. Sie ist ein Tochterunternehmen des Luxusgüterkonzerns LVMH. Martell gilt als einer der ältesten Cognac-Hersteller. Das Unternehmen wurde 1715 von Jean Martell gegründet und ist Teil von Martell Mumm Perrier-Jouët, einer Tochtergesellschaft von Pernod-Ricard. Camus ist die fünftgrößte Cognac-Brennerei mit Sitz in Cognac. Das Unternehmen befindet sich als einziges der großen Cognac-Produzenten noch immer in Familienbesitz. Eine der traditionsreichsten Cognac-Brennereien ist Otard mit Sitz im Schloss von Cognac. Rémy Martin mit Sitz in der Stadt Cognac ist eine Marke des Spirituosenherstellers Rémy Cointreau. Das Haus legt die Vorschriften zur Herstellung von Cognac für die Marke Rémy Martin strenger aus als viele andere Hersteller.

 

3. Februar 2016     >> Zurück zum Archiv

 

Lagerung des Cognacs

Lagerung des Cognacs – Pixabay - Public Domain Bilder / Creative Commons CC0 (CC0 1.0)