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Rheingau

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Weinbau

Die Geschichte des Weinbaus am Rhein reicht bis in die Römerzeit zurück. Der „Weinkaiser” Probus (* 232, † 282) regte im heutigen Baden-Württemberg und in der Pfalz den Weinbau an. Jedoch schien dieser sich auf das linke Rheinufer zu beschränken. Im Rheingau gibt es keine konkreten Hinweise hierauf. Möglicherweise lag das an dem nahe gelegenen Limes, der nur wenige Kilometer nördlich durch den Taunus verlief. Während der Völkerwanderung gerät der Wein dann weitgehend in Vergessenheit.

 

Erst Karl der Große brachte neue Impulse. Der Legende nach blickte er von seiner Pfalz in Ingelheim über den Rhein und bemerkte, dass der Schnee am „Johannisberg” früher schmolz als anderswo. Er ordnete deswegen an, hier Reben anzubauen. Durch ihn wurden die Weinanbauflächen erheblich ausgedehnt. Der erste Weinbau auf dem „Johannisberg” ist aus dem Jahr 817 überliefert, in Walluf sogar bereits aus dem Jahr 779. Zunächst trug der Berg jedoch noch die Bezeichnung „Bischofsberg”, welche vermutlich auf den Gelehrten Rabanus Maurus zurückgeht, der sich während seiner Zeit als Mainzer Erzbischof um 850 öfter im Rheingau aufhielt und auch starb. Durch eine Schenkung Kaiser Ottos II., welche als „Veroneser Schenkung” in die Geschichte einging, wurde der Rheingau Eigentum des Mainzer Erzbischof Willigis. Im Jahr 1100 ging er an die Benediktinermönche des Mainzer Stiftes St. Alban über, die hier ein Kloster gründeten. Die Abteikirche wurde im Jahr 1130 Johannes dem Täufer geweiht, was zur Umbenennung in Johannisberg führte.

 

Um diese Zeit erreichte der Weinbau in Deutschland einen Höhepunkt: Die Rebfläche war mit ca. 300.000 ha etwa dreimal so groß wie heute. An der Durchführung und Weiterentwicklung waren vor allem die Klöster beteiligt. Neben den Benediktinermönchen von Kloster Johannisberg waren dies im Rheingau vor allem die Zisterzienser aus dem Kloster Eberbach, welches sich in den nächsten Jahrhunderten zu einem Zentrum des Weinbaus entwickelte, von dem bedeutende Impulse ausgingen.

 

Entstehung der Spätlese und Entdeckung der Edelfäule

Bis ins 18. Jahrhundert war ein spätes Lesen in solch nördlichen Breitengraden wie im Rheingau nicht üblich, da die Winzer einen Fäulnisbefall der Trauben befürchteten. Die Zeit der Lese war deswegen auch von den Gemeinden vorgeschrieben.

 

Eine Ausnahme bildete das „Schloss Johannisberg”, welches dem Fürstbischof von Fulda gehörte. Bevor der Johannisberger Kellermeister alljährlich mit der Lese beginnen konnte, musste er zuvor die Erlaubnis aus Fulda einholen. Im Jahr 1775 verspätete sich jedoch der reitende Bote um 14 Tage. Über die Gründe gibt es mehrere Versionen; eine besagt, der Fürstbischof sei aufgrund eines Jagdausflugs nicht erreichbar gewesen, eine andere, dass der Bote von Räubern aufgehalten worden sei. Jedenfalls mussten die Mönche vom Kloster Johannisberg mit ansehen, wie ihre Reben von Fäulnis befallen wurden und zu schrumpfen anfingen. Geerntet wurde schließlich nach Eintreffen der Erlaubnis trotzdem, und wie sich zeigte, entstand zum Erstaunen der Kellermeister ein außergewöhnlich guter Wein. Durch dieses für den Weinbau epochale Ereignis war die Spätlese entdeckt und mit ihr die Tatsache, dass Wein aus edelfaulen Trauben von besonderer Güte sein kann. Diese Edelfäule war fortan verantwortlich für Raritäten mit Prädikatsbezeichnungen wie der Auslese, der Beerenauslese und der Trockenbeerenauslese.

 

Erstmals seit dem Jahrgang 1999 gibt es nur im Rheingau Weine aus wissenschaftlich klassifizierten Lagen, mit der Bezeichnung Erstes Gewächs. Denn nur auf klimatisch begünstigten Standorten und besten Böden (Terroir) kann ein Wein von ganz besonderer Güte wachsen, dessen unverwechselbarer Bodencharakter im Vordergrund steht und sich im Weingenuss widerspiegelt.

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Rheingau (Weinbaugebiet) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 

Schloss Johannisberg

 

Schloss Johannisberg – Pixabay - Public Domain Bilder / Creative Commons CC0 (CC0 1.0)