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Eifel

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Literatur aus der Eifel und über die Eifel

Als traditionell abgeschiedene Landschaft, in der die Bevölkerung eine stille und einfache Lebensweise pflegt, bot die Eifel einen guten Boden für eine lebendige Volkspoesie. In Sagen, Legenden und Märchen, die an langen Winterabenden in den Bauernstuben erzählt wurden, spiegelt sich häufig die Sehnsucht nach einer besseren Welt, die im Kontrast zur vorgefundenen Lebenswirklichkeit stand. Die Eifel bot darüber hinaus immer wieder Stoff für zahlreiche literarische und landeskundliche Werke.

 

Volksliteratur               

Eifeler Mentalität und Humor schlug sich nieder in zahlreichen Schnurren und Schwänken. Käuze und Eifeler Originale sind in diesen Erzählungen lebendig geblieben. Über die Region hinaus bekannt geworden sind die „Dahnener Sprünge”. Freude am Witz und Nachbarschaftsspott mögen die Motive gewesen sein für diese volkstümlichen Eifeler Schildbürgergeschichten. Nicht zu vergessen sind die zahllosen Gruselgeschichten von Hexen, Untoten und Werwölfen, die hier – ähnlich wie im benachbarten Ardennengebiet – bis ins 20. Jahrhundert überlebt haben. Sie wurden um 1900 von dem Schuldirektor Heinrich Hoffmann aus Düren und später von dem Bonner Germanisten Matthias Zender gesammelt und teilweise veröffentlicht. Eine kommentierte Sammlung solcher Sagen erschien 2003 u. d. T. „Wo das Grauen lauert. Blutsauger und kopfloser Reiter, Werwölfe und Wiedergänger an Inde, Erft und Rur.” in einem Dürener Verlag.

 

Schon früh wurde die Volkspoesie der Eifel gesammelt. Inspiriert durch die Romantik, in der man im Volkstümlichen eine Quelle unverfälschter Motive und Formen sah, entstanden Sagensammlungen und Bearbeitungen Eifeler Sagenstoffe. Unter den aufschlussreichen Sammlungen sei der poetische Führer durch die Eifel des Kaplans Johann Heydinger genannt. Prominente Autoren wie Adalbert von Chamisso, Guido Görres, Karl Simrock, Ernst Moritz Arndt und Friedrich Schlegel stehen hier neben frühen Eifeler Autoren.

 

Auch das wissenschaftliche Interesse der 20er Jahre an der Volkskultur gab Impulse für das Sammeln von Volkspoesie. Prominentester Sammler war der in Zendscheid geborene Bonner Professor für Volkskunde, Matthias Zender, der in den Jahren zwischen 1929 und 1936 als Student etwa 10.000 Sagen, Volksmärchen und Schwänke des Eifel-Ardennenraumes zusammengetragen hat, von denen 2000 veröffentlicht wurden.

 

Autoren und Werke

Bekannte Geschichtswerke der Eifel sind die „Eiflia illustrata oder geographische und historische Beschreibung der Eifel“ von Johann Friedrich Schannat, erschienen im 17. Jahrhundert, übersetzt, ergänzt und neu herausgegeben 1824 von Georg Bärsch sowie die „Eiflia sacra“, ebenfalls von Schannat, bearbeitet und neu herausgegeben 1888 von Carl Schorn.

 

Als erster Dichter der Eifel gilt Peter Zirbes, ein wandernder Steinguthändler aus Niederkail. Er ist Schöpfer schlichter Mundartgedichte, die er 1852 veröffentlichte. Viele zeitgenössischen Lyriker, die in der Eifel leben oder aus der Eifel stammen, haben die Eifel poetisch verarbeitet und über ihre Grenzen hinaus den Lesern von Lyrik im deutschen Sprachraum bekannt gemacht. Dies sind beispielsweise Jochen Arlt (der sich auch als Herausgeber mehrerer Eifel-Anthologien um diese mittelgebirgische Region verdient gemacht hat), Theo Breuer, Ursula Krechel und Norbert Scheuer. Jochen Arlts Gedicht „Einkaufn gehn in Münstereifel“ ist in der bedeutendsten deutschsprachigen Gedichtsammlung „Das große deutsche Gedichtbuch” (herausgegeben von Karl Otto Conrady) abgedruckt.

 

Eine große Erzählerin, die die Eifel als Schauplatz von Romanen und Erzählungen wählte, war die gebürtige Triererin Clara Viebig. Die Erfolgsautorin des späten Naturalismus hat der Eifel mit den Romanen „Kreuz im Venn” und „Weiberdorf” literarische Denkmäler gesetzt. Die Rezeption des Werks Clara Viebigs erlitt wegen ihrer Ehe mit einem jüdischen Verleger in der Nazizeit einen Bruch. Seit Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts erleben die Werke der Schriftstellerin ihre verdiente Renaissance – auch in der Eifel. Die literarisch vielleicht bedeutendste Auseinandersetzung mit dem Eifelraum und seinen Menschen ist der in der Endphase des Zweiten Weltkriegs angesiedelte Roman „Winterspelt” von Alfred Andersch, der den Stellungskrieg während der Ardennen-Offensive und die tragische Verknüpfung von Menschen und ihrer Schicksale in epischer Breite darstellt. Der 2005 verstorbene Heinz Küpper (unter anderem mit den Romanen „Wohin mit dem Kopf” und „Zweikampf mit Rotwild”) sowie der in Kall lebende Norbert Scheuer dürfen heute als die die beiden wesentlichen Eifeler Vertreter zeitgenössischer deutschsprachiger Prosa gelten. Beide stellen in ihren Romanen die Eifel über die realistische Darstellung hinaus auch symbolisch als zerklüftete Landschaft vor, die zum Spiegelbild seelischer Landschaften wird. Besonders interessant ist hier (im Vergleich zur Perspektive des eher bodenständigen Erzählers) die literarische Gestaltung der Eifel aus der Sicht des Außenstehenden. Vor allem dort, wo keine romantische Verklärung der Eifel versucht wird, sondern wo Auswegslosigkeit und Verzweiflung angesichts von Armut und Not, geistiger Enge oder starrer Wertordnungen sichtbar werden, fordert diese Literatur zur Auseinandersetzung mit dem Raum und seinen Menschen heraus. Obwohl Norbert Scheuer in der Eifel geboren wurde, nehmen die Erzähler seiner Romane und Erzählungen die Perspektive des Distanzierten und Außenstehenden ein. Norbert Scheuer ist es vor allem in seinem jüngsten Erzählband „Kall, Eifel” (2005) gelungen, das Leben in der Eifel facettenreich darzustellen und für Leser im gesamten deutschsprachigen Raum interessant zu machen.

 

Eifel-Krimis

Eine literarische Gattung, die in den letzten Jahrzehnten in vielen Regionen und Großstädten Deutschlands aufblüht, ist der Kriminalroman mit lokalem oder regionalem Bezug. Jacques Berndorf (*1936) hat sich mit seinen Kriminalromanen, etwa „Eifel-Blues” (1989), „Eifel-Sturm” (1999) oder „Eifel-Träume” (2004), zum auflagenstärksten deutschen Krimiautor geschrieben. 1996 erhielt er den Hauptpreis des Eifel-Literatur-Festivals. Neben ihm wurde Ralf Kramp (*1963) mit dem Förderpreis ausgezeichnet. Ralf Kramp war der erste Autor, der mit seiner Reihe um das „schwarze Kleeblatt” die Eifel als Krimischauplatz auch Kindern nahe gebracht hat. Harald Schneider (*1962) ist Autor der in der Eifel angesiedelten Kinderkrimiserie „Die Meisterschnüffler”, einem interaktiven Leseangebot, das Leserinnen und Leser ab 8 an unterschiedliche Schauplätze in der Eifel führt. Carola Clasen, Carsten Sebastian Henn, Andreas Izquierdo und Edgar Noske gehören zu den weiteren Autoren, die sich dem Genre „Eifelkrimi“ verschrieben haben. Josef Zierden hat einen Eifel-Krimi-Reiseführer veröffentlicht, der zu unzähligen Krimischauplätzen in der Eifel führt. In der Stadt Hillesheim gibt es einen Eifelkrimi-Wanderweg, der an die Schauplätze der Romane von Jacques Berndorf und Ralf Kramp führt.

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Eifel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.