Das Kurfürstliche Schloß wurde in den Jahren 1720 - 1760 unter den
Kurfürsten Carl Philipp (1661 - 1742) und Carl Theodor (1724-1799)
erbaut und ist die größte geschlossene Barockanlage Deutschlands.
Der nach Norden mit dem Ehrenhof zur Stadt geöffnete Schloßbau erhält
durch den Ostflügel mit seiner angegliederten Vierflügelanlage und
den Westflügel, hinter dem ursprünglich ebenfalls ein Trakt angebaut
war, eine imposante Dimension. Durch die sieben Parallelstraßen
zusammenfassende, 440m lange Schaufront dominiert der Bau die
gesamte Stadtanlage. Den mittleren Hauptakzent mit repräsentativem
Schloßzugang bilden zwei eigenständige Baukörper - der Stadt
zugewandt das vorgelagerte Treppenhaus, der abgerundete Rittersaalbau
zur Gartenseite hin. Die Gelenkstellen der Gesamtanlage sind mit
turmartigen Pavillons besetzt. Ursprünglich zeigte der durch sein
Mansarddach herausragende Mittelbau (Corps de logis) das
herrschaftliche Zentrum an. Das nach dem Krieg aufgesetzte Satteldach
und das Fehlen der 1958 abgerissenen Wachthäuschen verfälschen heute
den Gesamteindruck gravierend.
Die jeweiligen Schloßherren investierten viel in Erweiternungsbauten
und in die Innenausstattung. Hierbei sind exemplarisch die
Stuckkaturen, der Rittersaal, die Prunktreppe, diverse Fresken,
die Schloßkirche, die Leinwanddeckengemälde, wertvolle Gobelins,
geschnitztes und aus massivem Silber gearbeitetes Mobiliar und
Supraportengemälde sowie kunstvolle Fußböden mit Einlegearbeiten
zu nennen.
Während des zweiten Weltkrieges wurde es zum größten Teil
zerstört.
Der Wiederaufbau wurde 1968 erfolgreich abgeschlossen. Die Stadt
Mannheim empfängt im Rittersaal hohe Staatsgäste und auch die
Landesregierung nutzt die restaurierten Repräsentationsräume im
Schloß. Ein Großteil des Schlosses wird heute von der Universität
Mannheim genutzt. Sie hat hier ein ideales Domizil für ihre über
13.000 Studenten gefunden.