Das Äußere beeindruckt vor allem durch die aufwendige
Ausführung in sorgfältig behauenen großen Quadern
aus hiesigem, überwiegend rotem Sandstein. Ab Langhaus kann man
noch fast überall die Zapfenlöcher zum Greifen der Bauzange
sehen, mit deren Hilfe die Steine über eine Krankonstruktion mit
Flaschenzug, betrieben durch ein Tretrad, hochgezogen wurden.
Zur Marktseite hin sieht man noch eingeritzte Brezel- und
Brötchenmaße der Bäcker, die hier auf dem Markt ihre
Waren anboten, ebenso diverse Steinmetzzeichen, Hochwassermarken und
Grabinschriften verschiedener Stiftherren, die im angrenzenden
Friedhof begraben waren.
Der Stifts- und Pfarrchor besitzt den reichsten Bauschmuck, ihn
umstehen 14 Strebepfeiler zur Entlastung der Wand und zur
Abstützung des Gewölbes. Sie sind mehrfach abgestuft
und enden in Fialen mit Blendmaßwerk und krabbenbesetztem
Helm mit bekrönender Kreuzblume. Die angebrachten Wasserspeier
hatten zum einen die Funktion das Regenwasser möglichst weit
vom Fundamentsbereich abzuleiten, ihre Ausgestaltung als
Dämonen, Tiere oder phantastische Mischwesen sollte aber nach
damaliger Vorstellung auch eventuell eindringenden Dämonen
quasi einen Spiegel vorhalten und sie so davon abhalten, in den
Kirchenraum zu gelangen. (Apotropäik -- Lehre von den
unheilabwehrenden Gegenständen -- Wasserspeier als magisches
Gegenmittel und gleichzeitig als Bauzier.)
Die Fenster im Chor sind mit gekehlten Blendbögen
überfangen (zur Längsaussteifung des Bauwerks und als
Element zur bewußten Gliederung des Chores) und durch ihre
Rahmung besonders hervorgehoben. Zusätzlich zur weit
ausschwingenden Doppelkehle sind die drei Ostfenster noch mit einem
umlaufenden Wulst umgeben.
Kunsthistorisch überregional bedeutsam sind die zwei von Anfang
an geplanten kapellenartigen Anbauten an das Chorpolygon, die dem
Chor so eine Kreuzform geben und als Erweiterung des Langchores der
oberrheinischen Bettelordensgotik anzusehen sind.
Der Dachreiter wurde wohl im 18. Jh. durch die schlanke barocke Form
ersetzt, das Küsterhaus auf der Nordseite wurde ebenfalls im
18. Jahrhundert angebaut.
Das Langhaus ist in sogenannter pfälzischer Reduktionsgotik
errichtet, kleine Maßwerkfenster im Obergaden, unterschiedliche
Strebepfeiler an der Nordseite mit einfachem Pultdach, an der
Südseite mit Giebel und Kreuzblume. Im Inneren wird sich diese
Vereinfachung gegenüber den sonst üblichen Elementen des
Kathedralenbaus noch sehr viel klarer erkennen lassen.
Die Türme weichen etwas aus der Kirchenachse ab durch die
vorbeiführende Turmstraße. Nach Süden und Osten sind
die Fenster mit reicherem Maßwerk versehen. Ursprünglich
trug der Südturm genau wie der Nordturm einen 8-seitigen
Spitzhelm, der 1739 durch das barocke Türmerhaus ersetzt
wurde. Über zwei Jahrhunderte entstammten alle Türmer der
Familie Hayn. Bis zum Tode des fast 80-jährigen Heinrich Hayn
im Jahre 1970 war Neustadt die letzte Stadt in Deutschland, in der
es noch einen Türmer gab.
Dreimal im Lauf der Jahrhunderte wurden die jeweiligen Geläute
zu Kriegszwecken eingeschmolzen.Mit einer festlichen Glockenweihe
wurde 1949 das jetzige Geläut aus Gußstahl, fünf
Glocken im Südturm und zwei Glocken im Nordturm in Betrieb
genommen. Die Kaiserglocke mit 14 t Gewicht gilt als die
größte Gußstahlglocke der Welt und wird zu jeder
vollen Stunde ausgeschlagen, während sie jedoch nur an
bestimmten Fest- und Feiertagen geläutet wird.