Die Herstellung von Uhren in Deutschland

 

Die deutsche Uhrenindustrie konzentriert sich schon seit fast 300 Jahren räumlich besonders auf zwei Gebiete. Dies sind der südliche und der nördliche Schwarzwald um Pforzheim sowie das sächsische Glashütte im Osterzgebirge. Die dort hergestellten Produkte unterschieden sich jedoch wesentlich. Im Schwarzwald wurden vorerst einfache Wanduhren, größtenteils aus Holz und von Gewichten angetrieben, hergestellt, im sächsischen Glashütte jedoch Taschenuhren von Weltruhm.

 

Uhrenmanufaktur A. Lange & Cie., heute A. Lange & Söhne

Im Jahr 1845 begann man im osterzgebirgischen Glashütte mit der Produktion von Uhren. Gegründet wurde die Fabrikation durch den Uhrmacher Ferdinand Adolph Lange, ursprünglich aus Dresden stammend. Der Uhrmacher war angetreten, technisch innovative Taschenuhren herzustellen, was ihm so gut gelang, dass sie schon bald zu einer Konkurrenz für die hochwertigen Schweizer Uhren wurden. 50 Jahre später gab es in Glashütte schon über 50 Herstellerbetriebe mit mehr als 300 Beschäftigten. Im 2015 eingweihten Manufakturgebäude werden heute von etwa 200 Mitarbeitern Meisterwerke zur Zeitmessung, meist Armbanduhren, hergestellt. Gebrauchte Luxusuhren aus Glashütte sowie auch von anderen namhaften Herstellern findet man wohlsortiert unter www.chronoberlin.de. Sogar seine eigene Uhr kann man hier kostenlos bewerten lassen und auch verkaufen.

 

Chronograph

Chronograph – Pixabay - Public Domain Bilder / Creative Commons CC0 (CC0 1.0)

 

Schwarzwälder Kuckucksuhr – eine Uhr aus dem besonderen Werkstoff Holz

Die hölzerne Kuckucksuhr ist wohl das weltweit bekannteste Erzeugnis des Schwarzwaldes. Als Wiege der ersten, noch vogellosen Schwarzwalduhren gilt der Glashof Waldau bei Furtwangen. Die Gebrüder Kreuz sollen als erste auf diesem Hof um das Jahr 1640 die Idee gehabt haben, eine Uhr komplett aus Holz zu bauen, einem Werkstoff, an dem im Scnwarzwald kein Mangel herrscnte. Und so begann die Uhrmacherei im Schwarzwald mit Schnitzmesser, Sägen, Raspeln und anderen einfachen Werkzeugen. Der Grund für die Einführung des neuen Handwerks dürfte im Niedergang der Glasbläserei zu suchen sein, denn verkehrsmäßig günstiger gelegene Regionen drängten die Scnwarzwälder Glasbläser immer mehr vom Markt. So mussten sich die Handwerker nach neuen Erwerbsmöglichkeiten umsehen.

 

Erst um 1730 kam dann auch das Vögelchen in die Schwarzwalduhr. Franz Anton Ketterer aus Schönwald hatte diese Idee. Aber warum gerade der Kuckuck? Ganz einfach: Der Ruf dieses Vogels ist am einfachsten nachzuahmen, da er nur aus zwei Tönen besteht. So gab es im ausgehenden 18. Jahrhundert schon etwa 500 Uhrmachermeister, die jährlich etwa 75.000 Uhren herstellten. Heute findet man die meisten Uhrenherstellungsbetriebe um Furtwangen, Schonach und Triberg. Über 300.000 Kuckucksuhren werden jährlich in über 50 Länder verkauft.

 

Schwarzwälder Kuckucksuhr

Schwarzwälder Kuckucksuhr – Pixabay - Public Domain Bilder / Creative Commons CC0 (CC0 1.0)

 

Uhrenmuseen

In Furtwangen zeigt das Uhrenmuseum die Entwicklung der Uhrmacherei vom Nebenerwerbshandwerk bis zur industriellen Fertigung. Das Uhrenmuseum in Bad Grund gehört mit seinen etwa 1.600 Ausstellunsstücken aus rund 600 Jahren der Zeitmessung auf 800 Quadratmetern Fläche zu einer der grössten Sammlungen Europas. Im Deutschen Uhrenmuseum in Glashütte ist die über 165-jährige Entwicklung der ortsansässigen Uhrenfabrikation von der Gründung im Jahr 1845 durch Ferdinand Adolph Lange bis zur Gegenwart chronologisch dargestellt. Diese Ausflugstipps werden Uhrenliebhaber sicher begeistern.

 

11. September 2017     >> Zurück zum Archiv