Städtereise nach Baden-Baden

 

Das muss man gesehen haben

Bereits die alten Römer nutzten die heißen Thermalquellen und wussten die Stadt und das üppige Grün um sie herum zu schätzen. Die Kur- und Bäderstadt hat nicht umsonst seit dem 19. Jahrhundert den Beinamen „Sommerhauptstadt Europas“, denn während der Sommersaison zog Baden-Baden mit allen ihren Attraktionen ein illustres Publikum sowohl adliger als auch groß- und bildungsbürgerlicher Herkunft an und bis heute hat das Weltbad im Schwarzwald nichts von seinem Reiz verloren. Die Stadt ist auch berühmt für ihre Kunst- und Kulturszene. Wir haben für Sie einige Orte aufgelistet, die man bei einem Besuch gesehen haben sollte.

 

Lichtentaler Allee

Die Parkanlage entlang der Oos ist gesäumt von wunderschönen alten Bäumen. Sie war einst Treffpunkt des europäischen Adels, von Künstlern und Diplomaten. Die ursprüngliche Eichenallee wurde 1850 von Spielbankpächter Jaques Bénazet in einen englischen Garten umgestaltet. Heute gibt es dort rund 300 verschiedene Baumarten, wie Linden, Eichen, Tulpenbäume, Kastanien, Platanen, Erlen, Mammutbäume und Straucharten wie Azaleen, Rhododendro und Magnolien. An den vielen Ruheplätzen lässt es sich fantastisch picknicken oder auch einfach nur entspannen.

 

Merkur Berg

Für Wanderer ist der Berg ein absolutes Must-see. Er ist nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit der Merkurbergbahn von Baden-Baden aus zu erreichen. Bei klarem Wetter kann man eine kilometerweite Aussicht genießen und Paraglider bei ihrem Flug bewundern. Der Merkurturm befindet auf dem höchsten Punkt des Gipfels und dient seit 1837 als Aussichtsturm.

 

Kurhaus

Das Kurhaus wurde 1821 bis 1823 von Friedrich Weinbrenner erbaut und ist seither eines der Wahrzeichen von Baden-Baden. Hier befinden sich repräsentative Räume für Veranstaltungen, Galas, Konzerte, ein Restaurant mit Café und Terrasse sowie Bar und natürlich die weltberühmte Spielbank. Früher nur von Hochadel und der äußerst gut betuchten Gesellschaft besucht, kann heutzutage jeder eine Führung genießen und anschließend im hauseigenen Restaurant essen. Im gleichen Gebäude befindet sich das wohl berühmteste Casino Deutschlands, manche sagen die schönste Spielbank der Welt, die Mitte des 19. Jahrhunderts von Pariser Architekten im Stil französischer Königsschlösser ausgestattet wurde. Von Roulette, Baccara, American Roulette, Punto banco, Blackjack oder Poker am Glückspielautomaten findet sich hier beinahe alles, was das Spielerherz erfreut.

 

Kurhaus und Casino

Kurhaus und Casino – Pixabay - Public Domain Bilder / Creative Commons CC0 (CC0 1.0)

 

Friedrichsbad

Das Friedrichsbad, das 1869 bis 1877 im Renaissancestil von Karl Dernfeld erbaute Kurmittelhaus, gilt als eines der schönsten Thermal-Badehäuser Europas. Neben dem in dieser Form einzigartigen "Römisch-Irischen Bad" werden auch Einzeltherapien und medizinische Anwendungen angeboten. Die schöne Fassade wird durch Rundbogenfenster und Balkone gegliedert. Im oberen Teil des Mittelbaus kann man die Kolosalbüste des Großherzogs Friedrich I. bewundern.

 

Kongreßhaus

Das 1992 bis 1994 modernisierte Kongreßhaus und mit neuester Technik ausgestatteten Konferenzräumen - allein das Auditorium verfügt über 700 Sitzplätze - unterstreicht den Anspruch Baden-Badens als attraktive Kongreßstadt. An zwei olympische Kongresse (1981 und 1984) erinnert das "Pierre-de-Coubertin-Denkmal" vor dem Haus.

 

Römische Badruinen

Zwischen Friedrichsbad und Caracalla-Therme unterhalb des Marktplatzes befinden sich die Reste einer römischen Badeanlage für Soldaten (etwa 2.000 Jahre alt). Sie wurden 1847 bei Bauarbeiten an der Stiftskirche entdeckt und in den Folgejahren freigelegt. Sie vermitteln ein anschauliches Bild antiker Thermen.

 

Neues Schloss

Das Neue Schloss war die ehemalige Residenz der Markgrafen von Baden. Es ist aus einer Burganlage des 14. Jahrhunderts umgebauter Renaissancepalast und war bis 1918 die Sommerresidenz der Großherzöge. Im Herbst 1995 wurde der größte Teil des Inventars im Wert von 78 Mio. D-Mark versteigert. Zur Zeit wird das Schloss zu einem Luxushotel umgebaut. Von der Schlossterrasse hat man einen schönen Blick über die Stadt, auf den Florentinerberg und die Berge des Nordschwarzwaldes.

 

Theater

Das Stadttheater der Stadt Baden-Baden am Goetheplatz wurde 1860 bis 1862 von Couteau und Lang nach Plänen von Derchy im Stil der Pariser Oper erbaut. Eingeweiht wurde es mit der Oper "Béatrice et Bénédikt" von Hector Berlioz. Der anspruchsvolle Innenraum faßt 500 Zuschauer. Die Foyers und Korridore sind ganz im Stil Louis-Quinze gehalten und können auch für Hochzeiten und andere Veranstaltungen angemietet werden.

 

Trinkhalle

Heinrich Hübsch (1795-1863), ein Schüler von Friedrich Weinbrenner und ebenfalls Großherzoglicher Baudirektor, errichtete von 1839 bis 1842 die Trinkhalle mit einer 90 Meter langen Wandelhalle. Die Fassade ist nach Osten offen und besteht aus einer Bogenarkade mit 16 korinthisierenden Säulen. Ein Relief "Heilung durch die Quellnymphe" zeigt: Von links kommende Kranke ziehen nach Begegnung mit der Nymphe als Gesunde rechts weiter. Ein Denkmal Kaiser Wilhelms I. erinnert daran, daß der deutsche Kaiser über 40 Jahre lang als Gast nach Baden-Baden kam.

 

Russische Kirche

Sie wurde 1880 bis 1882 für die damals große russische Gemeinde im byzantinischen Stil erbaut. Als Kreuzkuppelkirche übernimmt der Bau in seinem Grundrißschema traditionelle Formen russischer Kirchen. Der dreischiffige Bau besitzt einen quadratischen Innenraum mit einem von Säulen getragenen Gewölbe. Mittel- und Querschiff deuten ein Kreuz an, im Osten weitet sich der Raum zu einem dreiteiligen Chor, ihm gegenüber liegt ein übergiebelter Narthex. Im Giebelmosaik über dem Hauptportal hat Salviati nach dem Entwurf von Gagarin die Verklärung Christi dargestellt. Der Bau weist die für russische Kirchen typische bewegte Dachlandschaft auf und wird von einer großen, vergoldeten Zwiebelkuppel gekrönt.

 

Gönneranlage

Die Anlage ist eine direkt an der Oos gelegener Jugendstilgarten mit Brunnenanlage und Plastiken mitten im Bereich der Lichtentaler Allee und wurde von 1909 bis 1912 von Max Laeuger angelegt. Seit 1952 ist sie ein Rosengarten mit 300 verschiedenen Arten und Sorten. Ehemals gehörte das Gelände zur Lichtentaler Klosterwiese und erhielt um die Jahrhundertwende seinen Namen zu Ehren des Bürgermeisters Albert Gönner.

 

Augustaplatz

In der Nähe des Kongresshauses liegt der Augustaplatz. Der nach der Kaiserin Augusta benannte Platz war um 1885 nicht mehr als eine grüne Schneise, die der damaligen Fürstenresidenz "Goldenes Kreuz" eine Verbindung zur Lichtentaler Allee und zum Kurviertel bot. In den 30iger und 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Platz mehrfach erweitert und umgebaut. Der Bau einer Tiefgarage und die damit einhergehende Anlage des künstlichen Sees vervollständigten in den 70iger Jahren das heutige Bild. Das Palais "Gagarin" erinnert auch als Sitz des internationalen Standesamtes noch an die russische Fürstin "Isabella Gagarin".

 

Kolonnaden

Der Weg zum Kurhaus führt durch die Kolonnaden, einem zu Weltruf gekommenen Flanierweg. Die Krämerbuden wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegt. Der Architekt Dernfeld gab ihnen 1867 bis 1868 ihre heutige Form als feste Steinbauten nach dem Vorbild Pariser Kolonnaden.

 

Paradies

Vor allem Gartenfreunde wird die Garten- und Wohnanlage "Paradies" interessieren. Die von Max Laeugner 1922 bis 1925 erbaute Anlage ist einer zentralen Wassertreppe italienischer Renaissencegärten nachempfunden. Sie erstreckt sich über drei Straßenzüge und überwindet 40 Höhenmeter. Beginnend mit einer Grotte mit Arkaden, fällt das Wasser in mehrstufige Becken und Bassins zu Tal.

 

Leopoldsplatz

Der Leopoldsplatz ist Übergang von der Altstadt zur Vorstadt und vom Bäderviertel zum Kurviertel von Baden-Baden. Sternförmig abzweigende Straßen sowie die ungleiche Randbebauung verstärken diesen Eindruck. Ein moderner Brunnen ziert seit Jahren diesen Platz.

 

10. August 2016     >> Zurück zum Archiv