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An der Nordseeküste

„Moin, Moin” oder wie der Ostfriese einfach nur „Moin” – überall entlang der Nordseeküste bedeutet dieser Gruß, dass man sich in gesunder und frischer Luft „Moi Dag”, einen schönen Tag wünscht, zu Strandspaziergängen, Wattwandern, Muschelsuchen oder Strandkorb genießen. Natürlich auch bei Sturm und Regen, denn schlechtes Wetter gibt es nicht, nur die falsche Kleidung.

 

Vor ungefähr 250 Jahren kamen die ersten Urlaubs- beziehungsweise Kurgäste an die deutsche Nordseeküste. Des gesunden Klimas wegen, um die weiten, schier grenzenlosen Landschaften zu erleben und in der Einfachheit der malerischen Küstenorte Entspannung zu finden. Seither beschreiben Nordseeküsten-Liebhaber den sehr eigenen Charme der hier lebenden Friesen, der zunächst kaum Zugang zu den verschlossenen Menschen gewährt. Diese Eigenart hat sich seit ewigen Zeiten nicht verändert - wohl aber die Landschaften der Region. Wer seinen Urlaub an der Nordseeküste verbringen möchte, findet bei booking viele Hotels und Ferienwohnungen.

 

Strand an der Nordsee

Strand an der Nordsee – Pixabay - Public Domain Bilder / Creative Commons CC0 (CC0 1.0)

 

Urlaub auf dem Bauernhof

Kaum ein anderes Reiseziel Deutschlands ist für Urlaub mit Kindern so ideal wie die Nordseeküste. Wegen der ständig wehenden Brise ist es im Sommer nie zu heiß, die Luft klar und jodhaltig. Und dann diese „riesigen Sandkästen”, die man auch Strände nennt. Da werden die Kinder schnell zu Entdeckern und Seeräubern. Für viele beginnen die Ferien auf dem Bauernhof mit der ungewohnten Erkenntnis, dass man Hühner, Schafe, Schweine, Kühe, Katzen, Ziegen, Gänse oder Enten auch anfassen darf. Und so flitzen Kinder und Jungvieh auf den Bauernhöfen fröhlich durcheinander. Die Kinder dürfen in den Ställen oder im Garten mithelfen, und wenn's auf dem Feld was zu tun gibt, sagt der eine oder andere Bauer zu fleißigen Helfern nicht Nein. Einige der Höfe sind wirklich ein „Ponyhof” – wo auf den knuddeligen, kleinen Pferden natürlich geritten werden darf, nicht selten auch mit Reitunterricht.

 

Die Inseln

Wie abgedriftet vom Festland wirken die Nordseeinseln, doch das trifft nur auf die Nordfriesischen Inseln und die Halligen zu, denn die Ostfriesischen Inseln waren einst eine große zusammenhängende Sandbank. Die immer mehr heranwuchs, bis die Drifte sich umkehrten und als unterirdische Strömungen (Gatte) begannen, den Wall aus Sand zu zerteilen – in die Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge. Die Gemeinsamkeit der beiden Inselgruppen ist ihre Lage im Wattenmeer, der größten und letzten Wildnis Europas.

 

Die Friesen

Das mag man im Norden: draußen sein, mit der Natur und sich selbst alleine, ein bißchen snacken, wenn man denn den Nachbarn trifft, aber dann wieder zurückgezogen sein. Wie dieser verschlossene Menschenschlag darüber hinaus ist, wie herzlich und gastfreundlich man entlang der gesamten Nordsee aufgenommen wird, das muss man schon selbst herausfinden – die Chance, eine Freundschaft fürs Leben zu finden ist hoch, man sollte sich und dem Gegenüber aber Zeit lassen, viel Zeit. Und dann sollte man bitte noch zwischen Friesen und Ostfriesen unterscheiden. Denn verglichen mit einem Ostfriesen ist der andere der reine Schwätzer, „dat der schon zweimal Moin sagt”. Das könnte einem Ostfriesen nicht passieren, einmal „Moin” reicht doch. Nur im Winter, da wird selbst der knorrigste Ostfriese geradezu gesellschaftsfähig, wenn es nämlich ans Boßeln und ans Klootschließen geht.

 

Jeder Nichtfriese möge es sich ersparen, die Regeln dieser Veranstaltungen erfragen zu wollen. Erstens nervt man die Leute damit und dann begreift man sie ja doch nicht. Stattdessen kann man versuchen, den Kloot so weit wie möglich übers Feld zu schleudern oder man boßelt den Boßel über Straßen, hoch den Deich, am Strand lang und nicht in einen Wassergraben. Merke: Der Boßel heißt Boßel und nicht Ball oder Kugel.

 

Das verlangt Geschick, darum spielen schon die kleinsten Friesen Boßel und Klot. Zusätzlich kosten die Wettkämpfe Nerven, und das Ganze passiert obendrein in der kalten Jahreszeit, das heißt, des norddeutschen Küstenbewohners bestes Aufbaumittel darf nicht weit sein. Een gooden Korn, es kann aber auch ein Grog sein: „Rum muss, Zucker kann, Wasser ist nicht nötig!”

 

Es ist jedoch pure Unterschätzung oder Unwissenheit zu denken, dass „Friesenwein” (Schnaps) oder Rum nur gegen Kälte getrunken werden. Es findet sich natürlich immer eine Gelegenheit, einem Kurzen zu kippen oder die Rumbuddel hervorzuholen. Ohnehin: Was wäre es für eine friesische Küche geworden, hätten Seeleute den guten Zuckerrohrtrank nicht von Jamaika mitgebracht? Es gäbe keinen Rumtopf, in dem man die Früchte der Jahreszeiten konserviert, es gäbe keine „Bontjesopp” (Rum mit Rosinen), mit der man jedes freudige Ereignis begießt und es gäbe keinen Pharisäer (Kaffee mit Rum und Sahne) und keinen Tee mit Rum.

 

Das wäre traurig, wobei es ohne die Seefahrt nicht einmal Tee im Norden gäbe. Von einem gestrandeten Frachter einst vor der Küste von Büsum angespült (berichtet eine alte Sage) dachten die Strandloopers (Strandgutsammler), dass es sich in dem in Ballen gepackten Zeugs um getrockneten Grünkohl handele. Also kochte man das traditionelle Gericht mit Schmalz und Grützwurst daraus, doch war das Ergebnis so ekelhaft, dass das Zeug fortan als Matratzenfüllung Dienste tat. Aufklärung erfuhr man erst Jahre später, und sie besiegelte die norddeutsche Teekultur. Die wird heute mit der Ostfriesenmischung zelebriert, mit Kluntje (Kandiszucker) und Wulkjes (Sahne dazugießen, doch bloß nicht umrühren!).

 

Morgens um elf trinkt der Friese Tee, im Winter natürlich mit Rum. Das Ritual ist ebenso manifest wie die typischen Gerichte bei Tisch: Grünkohl mit Pinkel im Winter, grau Arfken (graue, getrocknete Erbsen), stampd Wuddels (gestampfte Möhren), Salzwiesenlamm, Labskaus, Matjes, Krabben, Butt, Aal, Rote Grütze, Friesentorte, Krüllkuchen...

 

Es sieht also so aus, dass auch Romantiker an der Nordsee gut aufgehoben sind, denn Veränderungen gehen, wenn überhaupt, nur langsam und ganz bedächtig vor sich.

 

Matjesbrötchen

Matjesbrötchen – Pixabay - Public Domain Bilder / Creative Commons CC0 (CC0 1.0)

 

27. August 2019     >> Zurück zum Archiv