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Geschichte der Stadt Gelnhausen

Die Stadt Gelnhausen wurde im Jahr 1170 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Rahmen seiner Reichslandpolitik in der Wetterau als Reichsstadt gegründet. Drei wesentlich ältere, dörfliche Siedlungen wurden zu der neuen Stadt zusammengefaßt und planmäßig ausgebaut. Von Anfang an sollte die Stadt den imperialen Anspruch des Herrschers widerspiegeln. So findet schon im Jahr 1180 ein bedeutender Reichstag in Gelnhausen statt, auf dem Friedrich I. einen Prozeß gegen seinen Vetter Heinrich den Löwen führt und einen Teil von Heinrichs Gütern neu verteilt. In diesem Zusammenhang werden verfassungsgeschichtliche Grundlagen für die spätere Kleinstaaterei im Reich geschaffen.

 

Südöstlich vor der Stadt, auf einer Kinziginsel gelegen, die Friedrich I. schon vor der Stadtgründung in seinen Besitz brachte, entstand im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts mit der Kaiserpfalz eine Repräsentationsanlage des Herrschers. Die kleine, auf einem Pfahlrost aus ca. 12.000 Stämmen errichtete Anlage ist trotz des ruinösen Zustandes die besterhaltene staufische Pfalz, und ihre Steinmetzarbeiten gehören zu den künstlerisch wertvollsten, die die profane Architektur des 12. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Dieszeigt deutlich die herausragende Stellung von Gelnhausen, nicht nur als Pfalzort. Da nebender Handelsstraße von Frankfurt nach Leipzig sich in Gelnhausen weitere wichtige Verkehrswege kreuzten und die Kinzig, der Fluß an dem die Stadt liegt, bis hierher schiffbar war, konnte Friedrich I. durch entsprechende Privilegien den Handel in der Stadt entsprechend fördern und eine repräsentative Handelsstadt etablieren, die sich sehr schnell zu einem oft frequentierten Warenumschlagplatz entwickelte.

 

Das führte dazu, daß Gelnhausen schon im 13. Jahrhundert zu den großen und kapitalkräftigen Städten des Reiches gehörte und, was Steuerumfang und Kapitalkraft betraf, auch mit Frankfurt am Main konkurrieren konnte.

 

Die Befreiung der Gelnhäuser Bürger von Zöllen hatte zum Ergebnis, daß sich viele reiche Kaufleute in der Stadt niederließen. Dieser Reichtum machte sich vor allem im Stadtbild bemerkbar, sowohl in öffentlichen, als auch in privaten Bauten.

 

Auch die Marienkirche verdankt ihre, das Stadtbild prägende Silhouette dem ständig wachsenden Reichtum der Stadt. Ursprünglich eine kleine Dorfkirche, ein einfacher Saalbau der schon vor der Stadtgründung existierte, wurde sie bald planmäßig ausgebaut und erweitert. Der ursprüngliche Kirchenbau erhielt bald nach der Gründung der Stadt niedrige Seitenschiffe und den auf quadratischem Grundriß errichteten Glockenturm im Westen. Sind diese Westteile des Kirchenbaus noch in einem einfachen romanischen Stil errichtet, zeigen Querhaus, Osttürme und Chor bedeutende Einflüsse der dekorativen französischen Gotik, so daß sich hier bald nach 1200 der Übergang von der Romanik zur Gotik manifestiert. Um 1200 hatte man neue, modernen Ansprüchen genügende Baumeister, die die in Frankreich entstandene Gotik kannten, nach Gelnhausen geholt.

 

Die Straßenzüge des mittelalterlichen Gelnhausens waren geprägt von großen, massiven Steinhäusern. die in repräsentativer Bauweise entstanden. Fachwerkhäuser waren in der Minderzahl, konnten doch die Kaufleute ihre Waren sicher vor Brand und Diebstahl in den Steinbauten einlagern und hatten doch die Steinhäuser ein wesentlich höheres gesellschaftliches Ansehen, als es bei den Fachwerkhäusern der Fall war.

 

Der Obermarkt, hier trafen sich die Straßen, wurde zum Zentrum der planmäßig angelegten Stadt. Hier hatten die Zünfte ihre Treffpunkte, hier boten die durchreisenden Kaufleute ihre Waren an. Bei schlechtem Wetter konnte es natürlich geschehen, daß gerade kostbare Dinge, wie Importe aus dem Orient, verdorben wurden. Deshalb wurde im Jahr 1333 nach einem Privileg Ludwigs des Bayern an diesem Platz eine überdachte Kaufhalle errichtet, die durch einen großen Treppengiebel geprägt war und in deren geräumige Erdgeschoßhalle die Wagen der Kaufleute durch zwei gotische Portale direkt hineinfahren konnten. Seit dem 16. Jahrhundert wurde der Bau auch als Rathaus genutzt, dieser Funktion dient er auch heute noch. Bei einem Gewitter am 15. August 1736 wurde das Obergeschoß zerstört und in barockem Zeitstil wieder aufgebaut.

 

Daß Gelnhausen heute durch Fachwerkhäuser geprägt ist liegt daran, daß man die Handelsstraßen auch als Heerstraßen nutzte und während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) Gelnhausen mehrfach von plündernden Söldnertruppen überfallen und gebrandschatzt wurde. Diese Zerstörungen, Hungersnöte und Seuchen führten dazu, daß die Stadt zeitweilig nahezu unbewohnbar und entvölkert war.

 

Johann Jacob Christoffel von Grimmelshausen, der um 1620 in Gelnhausen geboren wurde und die Schrecken dieses Krieges in der Stadt miterlebt hat, schildert die Verwüstungen Gelnhausens in seinem Roman "Der abenteuerliche Simplicissimus" auf drastische Weise.

 

Bis in diese Zeit war Gelnhausen eine reiche Handelsstadt, auch wenn schon im Jahr 1349 der spätere Kaiser Karl IV. die Steuern und Abgaben von Stadt und Pfalz Gelnhausen verpfändet hatte. Dies bedeutete doch nur, daß die Abgaben nicht mehr an den Kaiser direkt sondern an seinen Pfandherren gezahlt wurden.

 

Nach dem Dreißigjährigen Krieg kamen nur langsam wieder Menschen nach Gelnhausen. Da es aber keine kaiserliche Förderung wie im Mittelalter gab, waren es keine reichen Kaufleute. Es kamen nun arme Bauern und Handwerker aus der Umgebung in die Stadt, um auf den alten Keller- und Sockelgeschossen der zerstörten Bauten ihre einfachen Fachwerkhäuser zu errichten. So kommt es, daß die Stadt zwar heute noch ihren mehr oder weniger regelmäßigen mittelalterlichen Grundriß hat, der typisch für eine planmäßig angelegte staufische Stadt ist, die meisten aufgehenden Mauern aber aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen.

 

Als Handelsstadt hatte Gelnhausen schon in mittelalterlicher Zeit eine große jüdische Gemeinde. Sie ist seit 1241 nachgewiesen und erste kultische Gebäude dürften auch in dieser Zeit schon existiert haben. Der heutige Synagogenbau stammt aus dem Jahr 1601 und wurde nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammen die meisten Schmuckformen, auch der barocke Thoraschrein im Inneren. Die jüdische Gemeinde existierte bis 1938, danach wurde die Synagoge verkauft und diente als Lagerhaus. So ist die ehemalige Gelnhäuser Synagoge eines der wenigen Beispiele einer unzerstört erhaltenen barocken Synagoge.

 

Erst durch den Reichsdeputationshauptschluß im Jahr 1803 verliert Gelnhausen seine Reichsunmittelbarkeit und ist so keine Reichsstadt mehr. Die Stadt wird zunächst dem neuen Großherzogtum Frankfurt zugeschlagen, schließlich aber im Jahr 1815 dem Kurfürstentum Hessen-Kassel angeschlossen.

 

Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich die aufkommende Gummi-Industrie in Gelnhausen niederließ und wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung folgte, konnten die letzten Baulücken aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges geschlossen werden.

 

Der Anschluß an die Eisenbahnstrecke Frankfurt - Bebra tat sein Übriges, Gelnhausen wurde endlich wieder die blühende Stadt, die sie auch heute rund einhundert Jahre später noch ist. Durch die Autobahn A66, die einen direkten Anschluß an die Stadt Frankfurt am Main und das Rhein-Main-Gebiet schafft, hat Gelnhausen heute wieder die verkehrsgünstige Situation erreicht, die die Stadt auch schon in mittelalterlicher Zeit geprägt hat.

 

Heute ist Gelnhausen ein kultureller und wirtschaftliche Mittelpunkt des Kinzigtales und so ein vielfältiges Zentrum von Industrie, Bildung und Kultur. Als Einkaufsstadt für das ganze Kinzigtal, den südlichen Vogelsberg und den Nordspessartbereich bieten Fachgeschäfte, Boutiquen, Galerien, aber auch große Kaufhäuser ein breitgefächertes und mehr als zufriedenstellendes Angebot.

 

Restaurants, Cafés und Bistros sorgen für das leibliche Wohl und Veranstaltungen aller Art, Museen, Ausstellungen und Kinos bieten kurzweilige Unterhaltung.
 

 

Die Geschichte in Zahlen

 

1170

Gründung der Stadt durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa

 

1180

Reichstag zu Gelnhausen, Prozeß Barbarossas gegen seinen Vetter Heinrich den Löwen

 

1226

Die Reichsstädte der Wetterau, die politisch und wirtschaftlich eng mit Gelnhausen verbunden sind, schließen sich zu einem ersten Städtebund zusammen

 

1349

Verpfändung der Stadt und Pfalz Gelnhausen durch den späteren Kaiser Karl IV.

 

1502

Kurfürstentag in Gelnhauen

 

1543

Reformation in Gelnhausen, die Stadt wird lutherisch, die Marienkirche zur evangelischen Stadtpfarrkirche

 

1621/22

Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen wird geboren

 

1634

Verwüstung und Plünderung der Stadt während des Dreißigjährigen Krieges. Gelnhausen wird für einige Zeit unbewohnbar.

 

1736

Brand des Rathauses am Obermarkt

 

1803

Gelnhausen verliert durch den Reichsedeputationshauptausschluß die Reichsunmittelbarkeit, ist also keine Reichsstadt mehr und wird dem neuen Großherzogtum Frankfurt zugeschlagen

 

1815

Gelnhausen wird dem Kurfürstentum Hessen-Kassel angeschlossen.

 

1821

Gelnhausen wird Kreisstadt

 

1834

Philipp Reis, der 1861 als erster die Telephonie, die Übertragung der menschlichen Stimme mit Hilfe galvanischen Stroms vorführt, wird in Gelnhausen geboren.

 

1866

Im Verlauf des "Deutschen Krieges" wird das Kurfürstentum Hessen und somit auch Gelnhausen dem Preußischen Staat einverleibt

 

1868

Eröffnung des Eisenbahnabschnittes Hanau-Fulda. Gelnhausen bekommt einen Bahnhof

 

1974

Verlust der Kreisstadtrechte. Der Verwaltungssitz des neuen Main-Kinzig-Kreises wird Hanau

 

1995

Gelnhausen feiert den 825. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte. Nach dem Zusammenschluß mit den umliegenden Gemeinden Haitz(1970), Roth(1970), Hailer(1971), Höchst(1974) und Meerholz(1974) hat Gelnhausen mehr als 22.000 Einwohner.