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Geschichte der Stadt Heppenheim

Funde und Aufzeichnungen aus frühester Geschichte bestätigen die Vermutung, daß die Gegend von Heppenheim schon zweitausend Jahre vor Christus besiedelt war. Auf fruchtbarem Gelände, im Osten begrenzt durch den Odenwald und im Westen durch das Pfälzer Bergland, entstanden entlang des Rheingrabens die Siedlungen der Band- und Schnurkeramiker und Glockenbecherleute. Beide verschmolzen in den folgenden Jahrhunderten zu einer Volksgruppe, die nach ihrer Totenbestattung Hügelgräberleute genannt werden.

 

Die Hügelgräberleute verschmolzen wiederum in der älteren Eisenzeit (800 - 500 v. Chr.) mit den sogenannten Urnenfelderleuten. In der jungeren Eisenzeit lassen Bodenfunde erstmals auf einen bestimmten Volksstamm, die Kelten, schließen. Mit der Zeit von 50 v. Chr. bis etwa 260 n. Chr. gelangte der Raum heppenheim unter römische Herrschaft. Römische Maierhöfe, die auß,erhalb des Stadtkerns nachgewiesen wurden, sind Zeugen aus dieser Zeit. Übrigens waren es auch die Römer, welche die ersten Weinstöcke pflanzten und die Kunst des Weinbaues an die 'strata montana', die Bergstraße, brachten.

 

Als aber die Franken und Alemannen im Jahr 259 n. Chr. den Limes stürmten, mußten sich die Römer auf linksrheinisches Gebiet zurückziehen. Nach ihrem Abzug wanderten die Burgunder, um die sich das Nibelungenlied rankt, im Raum Worms ein. Über Heppenheim indes fällt mit dem Abzug der Römer für ein halbes Jahrtausend ein geschichtliches Dunkel. Die erste schriftliche Urkunde, die das Dunkel durchbricht, ist die Schenkung des Weinheimer Ackerbürgers Marcharius, der am 17. Juli 755 seinen Heppenheimer Grundbesitz der Kirche in Heppenheim vermacht. Die erst 755 erwähnte Basilika kann allerdings bis ins 7. Jahrhundert zurückreichen. Im Jahre 768 wird Karl der Große König in Franken. Anläßlich eines Besuches im Kloster Lorsch schenkte er 773 dem dortigen Abt Gundeland die 'villa Heppenheim cum silva', also das Dorf Heppenheim mit der dazu gehörigen Waldmark. Die Schenkungsurkunde ist bis heute in zweifacher Ausfertigung erhalten. Schon damals entsprach das Gebiet ungefähr dem heutigen Kreis Bergstraß,e. Die Schenkung der Mark Heppenheim an das Kloster bedeutete die Verbindung von religiöser, kultureller und politischer Macht und führte zum Bau einer sogenannten Fliehburg, im Bereich der heutigen Schloß,schule. Die neue Burg und die 755 erwähnte Basilika wurden mit einer Mauer umgeben. Heppenheim wurde Verwaltungsmittelpunkt für das Kloster und erhielt etwa um 850 das Marktrecht.

 

Das Kloster mit all seinem Besitz erlebte fortan eine Blütezeit und wurde so bedeutsam, daß es dem Bremer Erzbischof Adalbert begehrenswert erschien. Abt Udalrich erkannte die Gefahr, die ihm drohte, und baute wohl in Tag - und Nachtschichten im Herbst 1065 die Starkenburg über Heppenheim. In diese Burg flüchtete er mit seinen Mönchen sowie den chätzen des Klosters und ließ, Adalbert anrennen. der Erzbischof aus Bremen belagerte die Burg, konnte sie aber wegen der strategisch günstigen Lage nicht einnehmen, sondern muß,te unverrichteter Dinge abziehen.

 

Damit war der Höhepunkt der Macht für das kloster offenbar erreicht und schließlich folgte im 13. jahrhundert die Auflösung. Friedrich II., der Stauferkaiser, schenkte den weltlichen Besitz mit der Stadt Heppenheim im Jahre 1232 dem Erzbischof von Mainz. Der neue Herr aber legte die Verwaltung seines Besitzes nicht in den alten Klosterhof, sondern ließ sich ein neues, starkes und wehrtüchtiges Gebäude am Nordhang des Heppenheimer Stadtberges, den heutigen Kurmainzer Amtshof, errichten. Dies brachte gleichsam auch eine Stadterweiterung nach Norden mit sich.

 

Nun waren auch die Mainzer Bischöfe schon baufreudige Herren und gerieten alsbald in finanzielle Schwierigkeiten. In dieser Not verpfändete der Mainzer Erzbischof 1461 die Mark heppenheim an seinen Nachbarn, den Kurfürsten von der Pfalz. Dann verkündete 1517 Luther seine 95 Thesen und löste die Reformation. Der Kurfürst von der Pfalz trat schon früh zu dieser neuen Lehre über, und nach dem Grundsatz 'wer das Land beherrscht, bestimmt die Konfession seiner Untertanen', wurde Heppenheim reformiert - wurde evangelisch.

 

Religionskriege und der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648) kennzeichneten dann das 16. und 17. Jahrhundert in nicht unerheblichem Maße auch Heppenheim. Die Starkenburg als Festung spielte eine wichtige Rolle. Die Protestanten wurden 1620 in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag durch den kaiserlichen General Tilly, den Feldherrn des katholischen Kaisers Maximilian, geschlagen. Tilly verfolgte den protestantischen Gegenkönig Friedrich V. mit seinem Heer bis nach Heidelberg, der Hauptstadt der Kurpfalz, zog die Bergstraße hinauf und besetzte auch Heppenheim, das damit wieder kaiserlich, also katholisch wurde. 1650 wird die Verpfändung an Kurpfalz im Bergsträßer Nebenprozeß rückgängig gemacht. Dennoch, die Zeit, da Heppenheim an die Kurpfalz verpfändet war, muß eine Blütezeit gewesen sein, denn alle Fachwerkhäuser um den historischen Marktplatz stammen aus dieser Zeit.

 

Plünderungen durch französische Soldaten und der folgende Stadtbrand von 1693 vernichteten allerdings wieder erhebliche teile der Stadt, darunter auch die Häuser um den Marktplatz, die bis auf die steinernen Bausockel niederbrannten. Beim Wiederaufbau wurden sie dann aber wieder mitverwendet. Das Rathaus und die Liebig - Apotheke erhielten beispielsweise um 1710 ihren heutigen barocken Fachwerkaufbau. Auch der ausgebrannte Amtshof wurde neu aufgebaut.

 

Aber die zeit bleibt weiter von Unruhen gezeichnet. Die Stadtbefestigung mit ihren Türmen und Mauern fällt endgültig im 18. und 19. Jahrhundert. Auch die Starkenburg wird als Steinbruch freigegeben und versteigert. erst Erzbischof Friedrich Karl Josef von Erthal stellte den Abbruch der Starkenburg im Jahre 1787 ein. Das inzwischen wieder katholische, also kurmainzische heppenheim, erlebte dann 1803 einen weiteren geschichtlichen Einschnitt. Napoleon I. besetzte das ganze linke Rheinufer und enteignete die dortigen geistlichen und weltlichen Fürsten. Auch der Erzbischof von Mainz verlor seinen Besitz. Die weltlichen Fürsten wurden rechtsrheinisch entschädigt und so erhielt der Landgraf von Hessen durch den Reichsdeputationshauptausschuß von 1803 für den Verlust seiner rheinischen Besitzungen die stadt Heppenheim mit dem Oberamt Starkenburg. Die Kreisstadt wurde hessisch und blieb es bis heute.

 

Die Bedeutung Heppenheims als wirtschaftlicher Mittelpunkt stieg gleichzeitig mit dem Fall der Zollschranken und dem Bau der Rhein - Neckar - Bahn im Jahre 1846. Bekanntlich fand auch das Vorparlament zur deutschen Nationalversammlung im Jahre 1847 im Halben Mond in Heppenheim statt. 1849 ist der Halbe Mond Hauptquartier der großherzoglich - hessischen Truppen im Kampf gegen die revolutionäre Bewegung.

 

Bis 1945 ist die Stadtentwicklung gekennzeichnet durch Veränderungen und Erweiterungen in den Vorstadtbereichen, desgleichen ließ sich ein Trend nach Südwesten erkennen. Diese Entwicklung hängt mit einer neuen Verkehrführung zusammen. Während sich die alten Handelswege auf dem Marktplatz kreuzten, verlagerte sich im Laufe der Zeit der Verkehr nach Westen. Dies nicht zuletzt durch Lage und Bedeutung der Thurn - und Taxis´schen Post, der Nord - Süd - Verbindung von Frankfurt nach Heidelberg.

 

Mit der Verlagerung nach Westen wurden in den zwanziger und dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts Möglichkeiten gesucht, die Altstadt an die neuen Verkehrverbindungen anzuschließen. Hinderlich waren dabei weniger die alten Teile der Stadtmauer, sondern die Häuser, die auf ihr errichtet waren. In dieser Zeit wurden auch die Durchbrüche, das Wormser und Sickinger Tor, geschaffen. Der Bergfried auf der Starkenburg wurde 1924 gesprengt und 1930 an anderer Stelle wieder aufgebaut. Die alte Pfarrkirche St. Peter war bereits in den Jahren 1900 bis 1904 zum heutigen 'Dom der Bergstraße' neu gebaut und erweitert worden. 1938 wurden dem Kreis Heppenheim wesentliche Teile des aufgelösten Kreises Bensheim angegliedert, und der Kreis Heppenheim wurde auch zu dessen Rechtsnachfolger bestimmt. Verwaltungssitz des in 'Kreis Bergstraße' umbenannten Kreises blieb Heppenheim.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich die Stadt nach Westen aus. Neue Wohngebiete wurden erschlossen, wodurch auch der Bedarf an Versorgungseinrichtungen größer wurde. Die Friedrichstraße entwickelte sich zu einem Geschäftzentrum und wurde 1974 zur Fußgängerzone ausgebaut. Im Zuge der Stadterweiterung und wegen der erhöhten Verkehrsanforderungen mußte auch alte Bausubstanz weichen.

 

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Heppenheims stieg letzlich auch durch die Gebietsreform und die daraus resultierende Eingemeindung bisher selbständiger Kommunen. So wurde mit Inkrafttreten der Grenzänderungsverträge die Gemeinden Kirschhausen mit Igelsbach, Hambach/Ober-Hambach, Erbach, Sonderbach, Wald-Erlenbach, Mittershausen-Scheuerberb und Ober-Laudenbach zu Stadtteilen. Die Einwohnernzahl stieg dadurch auf inzwischen etwa 25.000.

 

Heute zählen wir in Heppenheim eine Reihe bedeutender Industriebetriebe von internationalem Rang und Namen, darunter das größte Eiskremwerk Europas. Auf Heppenheims Gemarkung entspringt auch eine durch die Landesgrenzen hinaus bekannte Mineralquelle. Die Beliebtheit der Bergsträßer Weine tut einiges um Heppenheim zu einem Begriff werden zu lassen.

 

Ein nicht weniger wichtiger Wirtschaftszweig ist auch der Fremdenverkehr, der gerade in den vergangenen Jahren eine kontinuierliche Steigerung verzeichnete.