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Geschichte der Stadt Ingolstadt

Vorgeschichte

Von seiner geologischen Anlage her hat sich das Ingolstädter Becken wohl schon seit jeher zur Besiedelung geeignet. Die Donau und ihre Ufer (in vorgeschichtlicher Zeit wohl mehr das südliche) stellten eine Fernhandelsverbindung zwischen Ost und West (Ungarn-Böhmen und Rhein-Frankreich) dar. Die Aufspaltung der Donau in viele Arme zwischen Neuburg und Vohburg führte zu einer günstigen Möglichkeit des Überquerens durch Furten in Nord-Süd-Richtung als Teil der Bernsteinstraße zwischen der Ostsee und Italien.

 

Als bisher ältester Besiedlungsnachweis im engeren Stadtgebiet von Ingolstadt wurde ein kleines Gräberfeld aus der Frühbronzezeit (ca. 1.800 v.Chr.) vor dem Herzogskasten entdeckt. Die zugehörige Siedlung dürfte ebenfalls auf den Anhöhen oberhalb des damaligen Donau-Nordarms gelegen sein.

 

Der Hauptarm der Donau befand sich bis zum Mittelalter noch weit im Süden an Stelle der heutigen Sandrach. An seinem Südufer entwickelten sich bei Zuchering (um 1000 v.Chr.) und Manching (im 2. und 1. Jh. v.Chr.) zwei bedeutende Siedlungen.

 

Der urnenfelderzeitliche Friedhof bei Zuchering bestand ca. 450 Jahre und umfaßte etwa 1000 Gräber. Die bisher geborgenen Funde belegen einen Fernhandel entlang der Donau in Ost-West-Richtung sowie nach Norden und Süden entlang der Bernstein- und Salzstraßen.

 

Kaum 7 km donauabwärts an der Mündung der Paar entwickelte sich in der Mittellatènezeit (400 -100 v.Chr.) eine der großen keltischen Städte, das um 120 v.Chr. großzügig umwallte Oppidum bei Manching.
Die etwa 50 v.Chr. vermutlich allmählich aufgelassene Anlage beherbergte zeitweise ca. 3.000 Bewohner gleichzeitig und war offenbar das Zentrum der keltischen Vindeliker, welche den mittelbayerischen Raum bewohnten.

 

Die zahlreichen Münzenfunde belegen einen Haupthandelsweg entlang der Donau zu den Boiern in Böhmen und den Galliern in Burgund. Salz kam aus der Gegend von Reichenhall und über den Brenner bestanden Handelsbeziehungen zur römischen Republik. Ebensolche lassen sich nach Norden zu den Mainkelten und den Rheingermanen in der Frankfurter Gegend sowie den Helvetiern im Schwarzwald feststellen.

 

Auch das Handwerk stand in voller Blüte, in der Verarbeitung von Eisen, Bronze und Glas waren die Kelten den anderen antiken Kulturen durchaus ebenbürtig.

 

Stadtgeschichte

Frühes Mittelalter (400 - 1000)

Vielleicht im 7. Jahrhundert entstand an den Anhöhen unterhalb der Schuttermündung eine kleine Siedlung, welche nach der Schenkungsurkunde von 841 an das Kloster Niederaltaich aus einem Herrenhof und 34 kleineren Höfen sowie zwei Kirchen bestand. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich eine zunächst lockere Streusiedlung von Höfen und Schuttermühlen, welcheaber nicht dem Kloster, sondern meist dem Herzog unterstellt waren.

 

13. Jahrhundert

Mit dem Aussterben der Grafen von Bogen erbten die Wittelsbacher Herzöge die Vogtei des Klosters Niederaltaich und erhielten somit die volle Macht über Ingolstadt, welches sie um 1250 zur Stadt erhoben und mit einer Mauer umwallten.

 

Noch vor 1275 wurde der Herzogskasten errichtet und in Ingolstadt erstmals Münzen geprägt.
Um 1300 wurde Ingolstadt für drei Jahre Zentrum eines bayerischen Teilherzogtums unter Ludwig IV. dem Bayern, welcher als deutscher König und Kaiser den Ingolstädter Bürgern zahlreiche Rechte gewährte (Stadtrechtsbestätigung, Brückenzoll usw.).

 

Herzogtum Bayern-Ingolstadt

Seine größte politische Bedeutung erlangte Ingolstadt 1392 - 1447 als Teilherzogtum unter den Herzögen Stephan dem Kneißl und Ludwig dem Gebarteten.
Als Stephans Tochter Isabeau den König von Frankreich heiratete, begleitete sie ihr Bruder Ludwig nach Paris. Dort wurde er Mitglied des Kronrates und heiratete zweimal reiche Hofdamen. Dadurch floß viel Geld nach Ingolstadt, wodurch der Bau der Oberen Pfarr (Münster) und des Neuen Schlosses ermöglicht wurde.
Nach dem Tode Herzog Ludwigs fiel das Herzogtum Bayern-Ingolstadt an die Landshuter Wittelsbacher. Diese errichteten 1472 in Ingolstadt die erste bayerische Universität.

 

Neuzeit

1505 wurde Bayern unter den Münchener Herzögen wieder vereinigt. Diese erhoben Ingolstadt 1537 zur Landesfestung und errichteten einen zweiten Befestigungsring.

 

Die zwischendurch erneuerte Festung wurde 1800 von den Franzosen geschleift, jedoch von 1828 bis 1848 in ihrer zum Teil noch heute sichtbaren Anlage neu erbaut.
Erst nachdem 1945 von den Amerikanern die Stadttore geöffnet worden waren, konnte sich die Stadt ohne Beengung ausbreiten.

 

Kurt Scheuerer, 1996